Dramatische Situation für den Hering in der westlichen Ostsee
Geschrieben von: Holger in AllgemeinWie verschiedene Medien heute berichten ist der Heringsbestand in der westlichen Ostsee
so niedrig wie noch nie.
Link zur Meldung & Quelle: Welt Online
Meldungen aus dem April diesen Jahres gehen jedoch von einer Erholung des Bestandes bis zum Jahr 2013 aus, da das Jahr 2009 eine viermal größere Population hervorgebracht habe, als das Jahr 2008.
Link zur Meldung & Quelle: Ostsee Anzeiger
Als kritischer Angler stelle ich mir folgende Fragen:
Handelt es sich bei der heutigen Meldung jetzt um die Population fangreifer Tiere oder ist dort auch die Vorjahrespopulation mit erfasst worden?
Heißt es dann letztendlich, die Fangquote für Dorsch weiter zu erhöhen, um die wirtschaftlich prekäre Lage der Ostseefischer damit abzufedern?
Was heißt es für uns Angler, die neben den lokalen Fischern den geringsten Teil der Fänge ausmachen?
Ist es nicht sinnvoller, anstatt großer Fangflotten, den lokalen Fischer mit seinem ursprünglich betriebenen Handwerk zu unterstützen, indem ein Verbot für große Fangschiffe auf der Ostsee durchgesetzt wird? Denn der lokale Fischer fischt vor seiner Haustür, lebt schon seit Jahr und Tag mit guten und mit schlechten Jahren und wird sich nicht das Brett absägen auf dem er sitzt.
Sollten nicht Vermarktungsstrategien für einheimische Fischarten, die seit dem Fall der Mauer, wirtschaftlich nicht mehr so interessant sind, auch in schlechten Zeiten unseren kleinen Fischern über diese Durststrecken helfen?
Auch wenn ich die DDR mit ihrem sehr begrenztem Angebot an Gütern und Freiheiten in keinem Fall wieder
haben möchte, so war es doch damals üblich, gewisse Produkte nur in der dementsprechenden Saison zu erhalten und nicht durch riesige Kühlhallen eine Ganzjahresversorgung für alle zu sichern. Ok, und wir Verbraucher sollten uns mal langsam von der “Gier frisst Hirn” Mentalität verabschieden und auch für gute Arbeit einen guten Preis bezahlen. Denn das sichert Bestände und Arbeitsplätze und nicht Managementprogramme für eine Art zu Lasten anderer Arten.
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