Wie immer mit zuviel Gepäck ,zu dritt im Auto standen wir am Donnerstag früh an unserem Reisebus in Siethen. Kurzes Abklatschen mit Knurri und man staune doch vielen bekannten Gesichtern aus unserem Laden wurde schnell das Gedöns verstaut und ab ging es gen Norden.
Die Fahrt zu beschreiben spare ich mir an dieser Stelle, denn obwohl eine Busreise bequemer ist, als mit einem PKW, ist die Anreise mit 30 Stunden doch recht strapaziös. Ejaal, wir sind wieder wohlbehalten am Velli angekommen.
Der erste Tag gestaltete sich wie immer mit den auspacken der ganzen Klamotten und dem scharfmachen der Waffen. Das haben wir gestern ganz in Ruhe erledigt und dann ging es raus gen Velli. Da viele Reisende dieses Jahr sich Zweimann Boote gebucht haben, haben Jens und ich gentlemanlike verzichtet und wir unseren dritten Mitreisenden Robby auch nicht unbedingt allein lassen wollten, ist aus dem
Zweierteam ein Trio mit geworden. Und ich muss sagen, was für ein Glück. Das Boot ist groß genug für drei Mann, Robby ist interessierter Mitangler und mit vierzig Pferdchen kann man schon schön über den Fjord scheppern. Trotz des Fahrspaßes waren aber gestern angeln und nicht “Boot fahren:-)”
Wir wollten Robby gestern abend nur das Revier etwas zeigen und mal so für zwei, drei Stunden etwas das Zittern aus dem Körper nehmen. Was soll man sagen? Wir haben im Fisch gestanden. Nach einem erfolgreichen Stopp am kleinen Leuchtturm im Heggfjord, wo die ersten Dorsche die leichten Pilken krümmten, fuhren wir weiter in den Ausgang vom Langfjord. Vor und hinter der Kante stand der Fisch gestapelt und Dorsche in der 80 Zentimeter Klasse waren an der Tagesordnung.
Nach ein paar Driften fuhren wir weiter rein in den Langfjord, immer das Echolot im Blick. Statt wie im letzten Jahr eine gähnende Leere zu entdecken, sahen wie überall Fisch stehen. Ein alter Hotspot von vor zwei Jahren wurde angesteuert und da rumste es dann gewaltig. Für Robby war das “Heavy Metal”! Dicht an dicht
standen die Dorsche auf zwölf Meter in einer kleinen Enge. Jeder Wurf ein Treffer, egal was am Wirbel baumelte. Mußten wir letztes Jahr uns mit verhungerten und verpickelten “Dreikantfeilen” herumärgern, sind die Fische dieses Jahr fett und bullige Kämpfer. Nach zwei Stunden Spaß fuhren wir zurück, um den Abend
am Grill ausklingen zu lassen.
Die Jungs um Steffen (Ein Typ mit positiv amtlichen Anglervollschaden - Danke für das neue Unwort “Goldzahnkormoran”) haben garnicht lange gefackelt und sind wieder in den Soerfjord gefahren und erlebten
dort ein noch exzellenteres Fischen mit Köhlern und Dorschen in der 20 Pfund + Klasse. Ihr seht also, es klappert gleich am ersten Tag und alle Mitreisenden grinsen schon über die noch übermüdeten Gesichter.
Ab heute gibt es dann auch Fotos von unseren Ausfahrten, denn gestern ruhte die Kamera noch friedlich im Rucksack. Naja, man kann nicht an alles denken!
Es grüßt die Daheimgebliebenen
Holge
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